Microsoft baut seinen KI-Assistenten Copilot derzeit komplett um – und es ist die größte Neugestaltung seit der Einführung des Assistenten. Der Konzern führt den Verbraucher-Copilot, Microsoft 365 Copilot und Technologien von GitHub Copilot in einer zentralen App zusammen. Sie steht für Windows, macOS, iOS, Android und das Web bereit.
Microsoft-Chef Satya Nadella geht sogar noch weiter: Er bezeichnet Copilot wiederholt als neues Betriebssystem für die Arbeit. Was hinter den drei neuen Bereichen Home, Code und Autopilot steckt und wann du die Neuerungen bekommst, liest du hier im Überblick.
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Home, Code und Autopilot: Die drei Bereiche im Überblick
Das Herzstück des neuen Copilot sind drei klar getrennte Bereiche:
- Home ist die neue Startseite und vereint den klassischen Chat mit Cowork – Microsofts Funktion, um ganze Aufgaben gezielt zu delegieren. Zusätzlich laufen Word, Excel und PowerPoint direkt in Copilot: Dokumente, Tabellen und Präsentationen lassen sich aus einem Gespräch heraus erstellen und weiterbearbeiten. Die Inhalte bleiben zwischen Copilot und den Office-Anwendungen synchron.
- Code bringt das Erstellen von Anwendungen per natürlicher Sprache direkt in die Copilot-App – Programmieren per Beschreibung, ganz ohne eigene Entwicklungsumgebung. Die Funktion basiert auf derselben Technologie wie GitHub Copilot und läuft abgeschirmt innerhalb der eigenen Unternehmensumgebung. So können auch Nicht-Entwickler eigene kleine Anwendungen, Tracker und Automatisierungen bauen.
- Autopilot ist ein dauerhaft aktiver KI-Agent mit eigener Identität, eigenem Speicher und eigenem Arbeitsbereich. Er arbeitet selbstständig weiter, auch wenn du gerade nicht am Rechner sitzt – etwa um Prozesse abzuwickeln, Termine zu planen oder nachzufassen. Technisch baut er auf dem früheren Projekt „Scout“ auf.
Office direkt in Copilot: Der Chat wird zum Arbeitsplatz
Besonders spannend für den Arbeitsalltag: Office wandert in den Chat. Künftig stehen in Copilot erstmals vollwertige Office-Funktionen bereit – inklusive Menüband und Web-Versionen der bekannten Büroprogramme. Der Chat wird damit zum Office-Editor: Auch bestehende Dokumente, Arbeitsmappen und Präsentationen lassen sich öffnen und gemeinsam weiterbearbeiten.
Für iPhone- und iPad-Nutzer ist interessant, wie weit Microsoft diese Integration auch mobil umsetzt – die aktuelle Copilot-App für iOS steht weiterhin kostenlos im App Store bereit.
Code: Apps bauen per Spracheingabe
Mit Code sinkt die Schwelle zum Programmieren deutlich: Du gibst die gewünschte Funktion in natürlicher Sprache ein, Copilot baut daraus die Lösung. Die erzeugten Anwendungen laufen in einer abgeschotteten Umgebung und können innerhalb eines Unternehmens geteilt werden. Microsoft sieht darin – neben Dokumenten, Tabellen und Präsentationen – eine neue Form kleiner Arbeitswerkzeuge, die sich für einen konkreten Zweck in wenigen Minuten zusammenstellen lassen.
Autopilot: Der Agent, der weiterarbeitet, wenn du offline bist
Autopilot lässt sich per @-Erwähnung wie ein Kollege ansprechen und arbeitet eigenständig weiter – etwa um einen Lieferantenprüfungsprozess samt Terminplanung und Nachfassen abzuwickeln. Für Unternehmen kommen zusätzlich neue Governance-Kontrollen hinzu: Mit Agent 365 erhalten Administratoren ein Dashboard zur Verwaltung von KI-Agenten, jedem Agenten wird über Microsoft Entra eine eigene Identität zugewiesen.
Wann kommt der neue Copilot? Das ist der Zeitplan
Microsoft rollt Home und Code in den kommenden Wochen schrittweise für Teilnehmer des Frontier-Programms aus. Autopilot wird Ende des Monats in der Private Preview ausgeweitet. Aktuellen Berichten zufolge starten Autopilot und die Teams-Integration („@Copilot in Teams“) Ende Oktober im Test. Einen Ausblick gab Microsoft außerdem auf „Today in Home“ – ein personalisiertes Dashboard mit den wichtigsten Informationen des Tages.
Gleichzeitig stellt Microsoft die Abrechnung um: Zusätzliche KI-Leistungen werden nutzungsabhängig abgerechnet, für Unternehmenskunden greifen neue Abrechnungsmodelle für CSP-Lizenzen.
Was bedeutet das für dich?
Copilot wandelt sich vom reinen Chat-Werkzeug zur zentralen Arbeitsplattform: Fragen stellen, Aufgaben delegieren, Office-Dokumente bearbeiten, kleine Apps bauen und Prozesse automatisieren – alles an einem Ort. Wer Copilot beruflich nutzt, sollte sich schon jetzt mit den drei Bereichen vertraut machen, denn laut Microsoft soll Copilot die Arbeit im KI-Zeitalter so prägen, wie Office einst die Arbeit am PC geprägt hat.