Microsoft hat still und leise eine der größten Änderungen an Microsoft 365 seit Jahren vorgenommen: Der OneDrive-Speicher in den Tarifen Family und Premium schrumpft drastisch. Statt 1 TB pro Person – bei sechs Mitgliedern bis zu 6 TB insgesamt – gibt es künftig nur noch einen gemeinsamen Speicherpool von 2 TB für die ganze Familie.
Die Umstellung gilt für neue Abos bereits seit dem 8. Oktober 2026. Wer schon länger zahlt, hat noch Zeit – aber sollte seinen Speicherplatz trotzdem jetzt prüfen. Hier steht, was sich genau ändert und was du tun kannst.

Was ändert sich genau?
Bislang bekam jedes Mitglied eines Microsoft-365-Family-Abos seine eigene feste Quote von 1 TB OneDrive-Speicher. Bei einem voll belegten Abo mit sechs Personen kamen so bis zu 6 TB zusammen – allerdings strikt getrennt: Was ein Mitglied nicht nutzte, konnte kein anderes verwenden.
Das neue Modell ersetzt die Einzelquoten durch einen einzigen Topf:
| Tarif | Bisher | Neu |
|---|---|---|
| Microsoft 365 Family | 1 TB pro Person (max. 6 TB) | 2 TB gemeinsam für alle bis zu 6 Personen |
| Microsoft 365 Premium | 1 TB pro Person (max. 6 TB) | 2 TB gemeinsam für alle bis zu 6 Personen |
| Microsoft 365 Personal | 1 TB | Unverändert: 1 TB |
| Microsoft 365 Basic | 100 GB | Unverändert: 100 GB |
| Microsoft 365 Pro | Einzelquoten | 5 TB gemeinsam |
Microsoft begründet den Schritt mit mehr Flexibilität: In einem gemeinsamen Pool kann ein einzelnes Mitglied auch einmal mehr als 1 TB belegen, solange der Rest der Familie Platz übrig lässt. Für Familien, die ihre bisherigen 6 TB tatsächlich ausnutzen, bedeutet die Änderung allerdings rund zwei Drittel weniger Speicher.
Wichtig zu wissen: Die Dateien bleiben weiterhin privat. Niemand sieht die Daten der anderen Mitglieder – nur der verfügbare Platz wird geteilt.
Ab wann gilt die Änderung?
- Neue Abos und Upgrades: Seit dem 8. Oktober 2026 gelten direkt die neuen 2 TB.
- Bestandskunden: Die Umstellung erfolgt erst bei der ersten Verlängerung ab dem 2. Mai 2027. Bis dahin bleibt alles beim Alten. Microsoft will betroffene Kunden vorab per E-Mail informieren.
- Achtung beim Upgrade: Wer vor dem Stichtag von Family auf Premium wechselt, landet sofort im neuen Modell. Ein Downgrade beschleunigt die Umstellung dagegen nicht.
Hinweis: Auf einzelnen Microsoft-Supportseiten tauchte zwischenzeitlich auch der 1. April 2027 als Termin auf. Microsoft erklärt, die Dokumentation werde gerade aktualisiert – der genannte Stichtag für Bestandskunden ist der 2. Mai 2027.
Was passiert, wenn du über 2 TB liegst?
Liegt der gemeinsame Verbrauch deiner Familie nach der Umstellung über 2 TB, verlierst du deine Dateien nicht sofort. Laut Microsoft bleiben sie bis zu einem Jahr zugänglich, während du Speicherplatz freigibst oder zusätzlichen Speicher kaufst.
Deine Optionen dann:
- Aufräumen: Alte Backups, doppelte Fotos und große Videodateien identifizieren und löschen oder lokal auslagern.
- Zusatzspeicher kaufen: OneDrive-Speicher lässt sich erweitern – bis zu 10 TB pro Abo sind möglich. Rechne aber mit spürbaren Mehrkosten: Pro zusätzlichem Terabyte fallen laut ZDNET rund 10 US-Dollar im Monat an.
- Tarif wechseln: Für Einzelpersonen kann Microsoft 365 Personal (1 TB) die günstigere Lösung sein, wenn die Familie den Pool ohnehin nicht ausnutzt.
Speicherplatz prüfen – so geht’s
Damit dich die Umstellung nicht überrascht, lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Verbrauch:
- Melde dich im Browser unter account.microsoft.com an.
- Öffne den Bereich Dienste und Abonnements und wähle dein Microsoft-365-Abo.
- Dort siehst du, wie viel OneDrive-Speicher deine Familie insgesamt belegt – und wie viel jedes Mitglied nutzt.
- Liegt ihr deutlich über 2 TB, plane rechtzeitig: Sortiere große Dateien aus oder vergleiche die Preise für Zusatzspeicher.
Tipp: Besonders Fotos und Videos in Originalqualität fressen Speicher. Prüfe, ob deine Smartphone-Backups wirklich alle in OneDrive landen müssen.
Trostpflaster: Copilot wird für alle teilbar
Im selben Zuge lockert Microsoft eine andere Beschränkung: Copilot und weitere KI-Funktionen lassen sich künftig mit den Familienmitgliedern teilen. Bisher durfte nur der Abonnent selbst die KI-Features nutzen – die anderen fünf Mitglieder gingen leer aus.
Was sich bei Microsofts KI-Assistenten gerade sonst noch tut, steht in unserem Überblick: Neuer Microsoft Copilot: Home, Code und Autopilot.
Lohnt sich Microsoft 365 Family noch?
Das hängt vom Nutzungsverhalten ab. Wer OneDrive vor allem für Dokumente und ein paar Fotos nutzt, wird die 2 TB kaum sprengen – und profitiert künftig sogar von der flexibleren Aufteilung und dem geteilten Copilot-Zugang.
Wer dagegen große Medienbibliotheken, Familienvideos oder komplette PC-Backups in der Cloud hält, sollte die Rechnung neu aufmachen: Zusatzspeicher kann das Abo schnell deutlich teurer machen als bisher. Alternativen wie lokale NAS-Systeme oder andere Cloud-Anbieter sind dann einen Vergleich wert.
Fest steht: Die Zeiten, in denen ein Family-Abo quasi nebenbei 6 TB Cloud-Speicher mitbrachte, sind vorbei. Wer wissen will, was Microsofts großes Windows-Update sonst noch bringt, findet hier den Überblick: Windows 11 26H2: Das bringt das große Herbst-Update.