Kurze Antwort: Ja – macOS lässt sich in VirtualBox virtualisieren, allerdings ausschließlich auf einem Mac: Die Apple-Lizenz erlaubt den Betrieb von macOS in einer virtuellen Maschine nur auf Apple-Hardware. Das Installationsmedium erstellen Sie auf einem Mac aus dem offiziellen macOS-Installationsprogramm; Quellen aus dem Internet sind tabu. Auf einem Windows-PC verstößt die Installation gegen die Lizenzbedingungen von Apple.

Zuerst das Wichtigste: die rechtliche Lage
Apple erlaubt in seinen Lizenzbedingungen die Virtualisierung von macOS – aber nur auf Apple-Hardware und nur in begrenzter Anzahl virtueller Maschinen pro Mac. Wer macOS auf einem Windows-PC oder einem selbst gebauten Rechner in VirtualBox installiert, verstößt gegen diese Bedingungen. Diese Anleitung beschreibt deshalb ausschließlich den legalen Weg: macOS als Gastsystem in VirtualBox auf einem Mac. Wir verlinken keine inoffiziellen Installationsquellen und beschreiben keine Umgehung der Lizenzprüfung.
Was Sie brauchen
- Einen Mac (Intel oder Apple Silicon) mit aktuellem macOS
- VirtualBox in der aktuellen Version – für Apple Silicon den ARM-Build, für Intel-Macs den Intel-Build, kostenlos von der offiziellen VirtualBox-Seite
- Mindestens 60 GB freien Festplattenspeicher, besser 100 GB
- Mindestens 8 GB Arbeitsspeicher, besser 16 GB
- Das offizielle macOS-Installationsprogramm aus dem Mac App Store
Schritt 1: Installationsmedium auf dem Mac erstellen
Laden Sie im Mac App Store die gewünschte macOS-Version, etwa macOS Tahoe oder Sequoia. Der Ladevorgang legt das Programm zum Installieren von macOS im Ordner „Programme“ ab – brechen Sie den automatisch startenden Installationsassistenten ab, Sie benötigen nur die Dateien.
Erstellen Sie daraus anschließend ein startfähiges ISO-Abbild. Öffnen Sie das Terminal und führen Sie diese Befehle aus (passen Sie den Programmnamen an die geladene macOS-Version an):
hdiutil create -o /tmp/macOS -size 16384m -volname macOS -layout SPUD -fs HFS+J
hdiutil attach /tmp/macOS.dmg -noverify -mountpoint /Volumes/macOS
sudo "/Programme/macOS Tahoe installieren.app/Contents/Resources/createinstallmedia" --volume /Volumes/macOS --nointeraction
hdiutil detach /Volumes/macOS
hdiutil convert /tmp/macOS.dmg -format UDTO -o ~/Desktop/macOS.iso
mv ~/Desktop/macOS.iso.cdr ~/Desktop/macOS.iso
Danach liegt auf Ihrem Schreibtisch eine Datei namens macOS.iso – Ihr offizielles, selbst erstelltes Installationsmedium.
Schritt 2: Virtuelle Maschine in VirtualBox anlegen
- VirtualBox öffnen und auf „Neu“ klicken.
- Einen Namen vergeben (zum Beispiel „macOS Tahoe“), als Typ „Mac OS X“ und die passende Version wählen.
- Arbeitsspeicher festlegen: mindestens 4096 MB, besser 8192 MB.
- Festplatte: „Neue virtuelle Festplatte erzeugen“, Format VDI, dynamisch wachsend, mindestens 60 GB.
- Unter „Massenspeicher“ die erzeugte ISO-Datei als optisches Laufwerk einhängen.
- Unter „System“: EFI aktivieren, Chipsatz auf ICH9 stellen, 2 bis 4 Prozessorkerne zuweisen.
- Netzwerk: Für den Anfang genügt NAT, für volle Einbindung ins Heimnetz wählen Sie die Netzwerkbrücke.
Schritt 3: macOS installieren
Starten Sie die virtuelle Maschine – sie startet vom eingelegten ISO-Abbild. Öffnen Sie im Installationsassistenten zuerst das Festplattendienstprogramm und formatieren Sie die virtuelle Platte als APFS. Schließen Sie das Festplattendienstprogramm und wählen Sie „macOS installieren“. Folgen Sie dem Assistenten; die Installation dauert je nach Mac 30 bis 60 Minuten. Richten Sie das System anschließend wie einen neuen Mac ein.
Apple Silicon oder Intel – was ist zu beachten?
Auf Intel-Macs läuft alles wie beschrieben. Auf Macs mit Apple-Chip (M1, M2, M3 oder M4) benötigen Sie unbedingt den ARM-Build von VirtualBox – und eine wichtige Einschränkung gilt: Ein ARM-Mac kann in VirtualBox kein Intel-macOS ausführen. Das Gastsystem muss ebenfalls für die ARM-Architektur gebaut sein. Wer ältere Intel-Programme testen will, ist mit einer anderen Lösung besser bedient.
Wenn VirtualBox nicht reicht: die Alternativen
VirtualBox ist kostenlos und flexibel, aber nicht auf macOS als Gastsystem optimiert – die Darstellung kann ruckeln und manche Funktionen fehlen. Diese Alternativen sind einen Blick wert:
- UTM (kostenlos): Nutzt Apples eigenes Virtualization-Framework und läuft besonders auf Apple Silicon ausgesprochen rund.
- Parallels Desktop (kostenpflichtig): Die komfortabelste Lösung mit bester Integration zwischen Mac und Gastsystem.
- VMware Fusion (für privaten Gebrauch kostenlos): Bewährte Profi-Lösung, ebenfalls mit guter macOS-Unterstützung.