Microsoft und NVIDIA haben am 7. Oktober in San Francisco die Preise und den Verkaufsstart des Surface Laptop Ultra bekannt gegeben: Das 15-Zoll-Notebook mit dem neuen RTX-Spark-Chip ist ab sofort vorbestellbar und erscheint am 16. Oktober 2026. Microsofts Ziel ist unmissverständlich – der direkte Angriff auf Apples MacBook Pro.
Das Herzstück ist NVIDIAs RTX Spark: ein Superchip, der Grace-CPU und Blackwell-RTX-GPU vereint und bis zu 128 GB gemeinsamen Speicher nutzt. Wir haben alle Daten, Preise und Konfigurationen im Überblick.

RTX Spark: Server-Power im Notebook
Der NVIDIA RTX Spark (in Microsofts Variante „N1X“) kombiniert eine Grace-CPU mit bis zu 20 Kernen (Cortex-X925 bis 4,0 GHz plus Cortex-A725 bis 3,9 GHz) und eine Blackwell-RTX-GPU mit 5.120 oder 6.144 Shader-Kernen. CPU und GPU teilen sich einen gemeinsamen Speicherpool von bis zu 128 GB Unified Memory bei 600 GB/s Bandbreite.
- Bis zu 1 Petaflop KI-Leistung (FP4 mit Sparsity; ohne Sparsity liegt die reale Leistung laut Beobachtern näher bei 500 TFLOPS) – genug, um lokale KI-Modelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern direkt auf dem Gerät auszuführen, ohne Cloud.
- Im Akkubetrieb 99 Prozent der Maximalleistung – laut Microsoft bricht die Leistung unterwegs kaum ein.
- Neue Thermik-Architektur mit bis zu 2,5-facher Wärmekapazität gegenüber dem Surface Laptop 7.
NVIDIA-Chef Jensen Huang verglich die Rechenleistung des Mobilchips bei der Präsentation mit dem Rechenzentrums-Server DGX-1 aus dem Jahr 2016 – damals noch für 250.000 US-Dollar zu haben. Sein Fazit: „Wir haben den Computer, wie wir ihn kennen, neu erfunden.“
Preise und Konfigurationen
Das Surface Laptop Ultra erscheint in den Farben Nightfall und Platinum. Die US-Preise im Überblick:
- 2.599 US-Dollar: 18-Kern-CPU, 5.120 GPU-Kerne, 24 GB RAM, 512 GB SSD
- 3.699,99 US-Dollar: 20-Kern-CPU, 6.144 GPU-Kerne, 32 GB RAM, 1 TB SSD
- 5.899,99 US-Dollar: 20-Kern-CPU, 6.144 GPU-Kerne, 128 GB RAM, 1 TB SSD – die Spitzenkonfiguration ist laut Händlerberichten bereits ausverkauft
Für Europa nennen Händler die Basisversion ab 2.899 Euro (inkl. MwSt.); einen offiziellen Deutschland-Preis hat Microsoft bislang noch nicht genannt. Der Speicher lässt sich benutzerseitig austauschen – eine Seltenheit in dieser Klasse.
Display, Anschlüsse und Gehäuse
Auch abseits des Chips hat Microsoft aufgerüstet:
- 15-Zoll-Mini-LED-HDR-Touchdisplay mit bis zu 2.000 Nits Spitzenhelligkeit – laut Microsoft 25 Prozent mehr als das MacBook Pro M5. Eine Stifteingabe wird allerdings nicht unterstützt.
- Magnetic Connect: der laut Microsoft weltweit erste magnetische USB-C-Ladeanschluss in einem Notebook – funktional Apples MagSafe ähnlich.
- Anschlüsse: zwei USB-C-Ports, HDMI, USB-A, SD-Kartenleser und Kopfhörerbuchse.
- Wartbarkeit: weitgehend ohne verklebte Bauteile, SSD austauschbar; das Gehäuse bleibt unter 18 Millimeter dünn und wiegt unter zwei Kilogramm.
Frontalangriff auf das MacBook Pro
Microsoft positioniert den Laptop Ultra offensiv gegen Apple: KI-Antworten sollen doppelt so schnell ausfallen wie auf dem MacBook Pro mit M5 Pro, die Video-Generierung sogar sechsmal schneller – jeweils Herstellerangaben, unabhängige Tests stehen noch aus.
Besonders dreist: Wer bis zum 23. November 2026 ein qualifiziertes MacBook Pro eintauscht, erhält von Microsoft eine Rückerstattung von bis zu 1.000 US-Dollar. Was der große Konkurrent aus Cupertino dem entgegensetzt – etwa das MacBook Pro mit OLED-Touchscreen, das noch im Oktober erwartet wird –, bleibt abzuwarten.
Nicht nur Microsoft: RTX Spark kommt überall
Der RTX Spark bleibt kein Microsoft-Exklusivchip: Acer, ASUS, Dell, HP, Lenovo, MSI und Gigabyte bringen eigene Notebooks mit dem Chip – etwa das ASUS ProArt P16, das voll ausgestattet 6.999 US-Dollar kosten soll. Für Entwickler schiebt Microsoft die Surface RTX Spark Dev Box nach: eine kompakte KI-Workstation mit 128 GB Speicher für 5.999 US-Dollar, zunächst nur in den USA, Versand im November.
Auch software-seitig baut Microsoft die KI-Strategie aus: Die Microsoft Execution Containers (MXC) für sichere KI-Agenten unter Windows sind ab sofort allgemein verfügbar. Wer wissen will, was sich bei Microsofts KI-Assistenten gerade tut, findet in Neuer Microsoft Copilot: Home, Code und Autopilot den Überblick – und was Windows 11 sonst noch bringt, steht in Windows 11 26H2: Das bringt das große Herbst-Update.
Für wen lohnt sich der Surface Laptop Ultra?
Das Gerät richtet sich klar an Entwickler, Kreative und KI-Profis, die große Modelle lokal ausführen wollen – etwa aus Datenschutzgründen oder um Cloud-Kosten zu sparen. Für den durchschnittlichen Office- oder Surf-Nutzer ist die Power schlicht überdimensioniert.
Ob Microsofts vollmundige Versprechen halten, was sie versprechen, werden die ersten unabhängigen Tests ab dem 16. Oktober zeigen. Fest steht schon jetzt: Der Kampf um den KI-Laptop-Thron ist eröffnet – und Apple steht unter Zugzwang.