Kurze Antwort: Am Dienstag, 20. Oktober 2026, legte ein Stromausfall in Googles Cloud-Rechenzentrum in London (Region Europe-West2) zahlreiche Online-Dienste und Banking-Apps in ganz Europa lahm. Betroffen waren unter anderem Revolut, HSBC und Lloyds sowie in Deutschland Kunden der ING, von DHL und DPD. Bis zum Mittag meldete Google, dass die meisten Dienste wiederhergestellt seien. Geld und Daten der Kunden waren laut den Banken zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Was am 20. Oktober passiert ist
Am Dienstagmorgen stellten Tausende Nutzerinnen und Nutzer fest: Banking-Apps öffnen nicht, Kartenzahlungen schlagen fehl, Überweisungen bleiben hängen. Die Ursache lag nicht bei den Banken selbst, sondern bei Google: Ein Stromereignis in der Londoner Cloud-Zone „europe-west2″ riss zahlreiche Google-Cloud-Dienste aus dem Betrieb – darunter Cloud Run, App Engine, BigQuery, Cloud Filestore und die Kubernetes Engine. Auf seiner Statusseite bestätigte Google den Vorfall knapp: „A power event caused an outage within europe-west2-b zone. The power event is mitigated.“ – also: Ein Stromausfall habe die Zone europe-west2-b lahmgelegt, das Stromproblem sei inzwischen behoben. Am Mittag erklärte das Unternehmen, die Wiederherstellung der meisten Arbeitslasten habe begonnen. Viele Apps und Webseiten, die auf Googles Cloud-Infrastruktur laufen, waren zeitweise nicht erreichbar.
Welche Dienste und Banken betroffen waren
Besonders hart traf es den Zahlungsverkehr. Die Neobank Revolut meldete Ausfälle bei Login, Kartenzahlungen, Überweisungen und Bargeldabhebungen – in Großbritannien, Malta, Deutschland, Litauen und Lettland. Allein in der Schweiz waren laut Medienberichten die Transaktionen von mehr als 1,3 Millionen Revolut-Kunden beeinträchtigt. In Großbritannien fielen zudem Lloyds, Halifax, Bank of Scotland, HSBC und Barclays zeitweise aus; auch Royal Mail, die British Telecom, der Paketdienst DPD und der staatliche Gesundheitsdienst NHS meldeten Störungen. In Deutschland waren Kunden der Direktbank ING betroffen, die am Morgen stundenlang nicht auf ihr Onlinebanking zugreifen konnten. Auch DHL und DPD kämpften mit Problemen, ebenso Nutzer in Irland (AIB, Bank of Ireland), Italien und Spanien (Booking.com) sowie die niederländische Steuerbehörde. Schätzungen in der internationalen Presse sprechen von bis zu 80 Millionen möglicherweise betroffenen Kunden weltweit.
ING in Deutschland: eigene Störung, kein Angriff
Wichtig zu wissen für deutsche Kundinnen und Kunden: Die ING sprach von einer internen Störung und schloss einen Angriff von außen aus. Laut dpa erklärte ein Sprecher, die ING-Störung sei nicht auf den Google-Ausfall zurückzuführen – sie fiel lediglich zeitlich mit dem Google-Cloud-Vorfall zusammen. Alle Services der ING stehen inzwischen wieder vollständig zur Verfügung. Der Vorfall zeigt aber, wie schnell Gerüchte über einen Zusammenhang die Runde machen, wenn mehrere Großstörungen gleichzeitig auftreten.
Sind mein Geld und meine Daten sicher?
Die gute Nachricht zuerst: Es gab nach aktuellem Stand keinen Hinweis auf einen Cyberangriff und keinen Datenverlust. Revolut erklärte gegenüber Medien, die Gelder und Daten aller Kunden seien vollkommen sicher: „Das Geld aller Kunden ist vollkommen sicher.“ Auch die Banken bestätigten, dass es sich um ein reines Infrastrukturproblem bei Google handelte – nicht um einen Einbruch in ihre Systeme. Wer während des Ausfalls eine Überweisung doppelt abgeschickt hat, sollte dennoch die Kontobewegungen kurz prüfen und sich bei Unklarheiten an seine Bank wenden. Auch interessant: Cloud-Dienste wie die von Google und Microsoft sind längst das Rückgrat des digitalen Alltags – erst kürzlich hat der neue Microsoft Copilot gezeigt, wie tief Cloud-KI inzwischen in Windows und Apps integriert ist.
Schritt für Schritt: So verhalten Sie sich bei einer Bank-App-Störung
- Ruhe bewahren und nichts mehrfach wiederholen. Eine Überweisung, die nicht bestätigt wurde, nicht fünfmal erneut abschicken – nach der Störung können Buchungen doppelt auftauchen.
- Offizielle Statusseiten prüfen. Schauen Sie auf die Statusseite Ihrer Bank und auf die Google-Cloud-Statusseite. Klicken Sie keine Links aus dubiosen SMS oder E-Mails an, die angeblich „Ihre Karte freischalten“.
- App einmal neu starten, dann abwarten. App vollständig schließen, einmal neu öffnen. Bleibt der Fehler, liegt es am Server – Warten ist dann die einzige Option.
- Für dringende Zahlungen Alternativen nutzen. Zweite Karte eines anderen Anbieters, Bargeld oder – falls es eilt – der Gang zur Filiale.
- Nach der Störung Kontobewegungen kontrollieren. Kurz prüfen, ob alle Buchungen korrekt sind. Auch bei Windows 11 sorgten zuletzt Update-Probleme für Ärger – ein Blick in alle Neuerungen des Herbst-Updates lohnt sich trotzdem.
Googles Smartphone-Welt war vom Ausfall übrigens kaum betroffen – wer wissen will, was sich dort tut, findet alle Android-17-Neuerungen im Überblick.