Apple meldet für das September-Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 114,5 Milliarden Dollar – iPhone und Mac wachsen zweistellig. Doch die Freude ist getrübt: Explodierende Speicherchip-Preise drücken die Marge, Mac und iPad werden knapp, und das faltbare iPhone Duo gibt es in Deutschland für Neubesteller erst Ende Januar. Wer Apple-Produkte zu Weihnachten verschenken will, sollte früh bestellen.
Die Zahlen im Überblick: Rekord auf fast allen Spalten
Apple hat am Montagabend die Zahlen für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres 2026 vorgelegt, das am 26. September endete. Es ist der erste Quartalsbericht unter dem neuen Konzernchef John Ternus, der den Posten am 1. September von Tim Cook übernommen hat – und er fällt auf den ersten Blick stark aus.
| Umsatz | 114,5 Mrd. Dollar (+12 %) |
| Nettogewinn | 30,7 Mrd. Dollar (+12 %) |
| Gewinn je Aktie | 2,10 Dollar (+14 %) |
| iPhone-Umsatz | 57,58 Mrd. Dollar (+17,5 %) |
| Mac-Umsatz | 10,79 Mrd. Dollar (+24 %) |
| Dienste (App Store, iCloud u. a.) | 31,57 Mrd. Dollar (+10 %, Allzeithoch) |
| iPad-Umsatz | 6,23 Mrd. Dollar (-10,4 %) |
| Wearables, Home und Zubehör | -7,9 % |
| Bruttomarge | 47,9 % |
Das iPhone bleibt der Motor des Konzerns: Mit 57,58 Milliarden Dollar Umsatz legte es um 17,5 Prozent zu und übertraf die Erwartungen der Analysten um rund eine Milliarde Dollar – obwohl das neue iPhone 18 Pro nur acht Verkaufstage im Quartal enthalten war. Der Mac wuchs sogar um 24 Prozent auf 10,79 Milliarden Dollar. Die Dienstleistungssparte mit App Store, iCloud und Apple TV+ erreichte mit 31,57 Milliarden Dollar ein Allzeithoch. Für das gesamte Geschäftsjahr meldet Apple einen Umsatz von 479 Milliarden Dollar – ebenfalls ein Rekord.
Neuer Chef, erster Auftritt: John Ternus liefert ab
„Heute ist Apple stolz darauf, einen Rekordumsatz von 114,5 Milliarden Dollar für das September-Quartal zu vermelden – ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, sagte John Ternus in der Mitteilung. Finanzchef Kevan Parekh ergänzte, das Quartal habe „unser bestes Geschäftsjahr aller Zeiten“ abgeschlossen.
Ternus, zuvor Hardware-Chef des Konzerns, muss als neuer CEO gleich zwei Baustellen managen: den KI-Rückstand bei Siri und Apple Intelligence – und eine Kostenexplosion bei Speicherchips, die das gesamte Weihnachtsgeschäft überschattet.
Warum die Marge im Weihnachtsquartal sinkt
Der eigentliche Paukenschlag steckt nicht in den Rekordzahlen, sondern im Ausblick. Für das Weihnachtsquartal erwartet Apple nur noch eine Bruttomarge von 45 bis 46 Prozent – nach 47,9 Prozent im abgelaufenen Quartal. Der Umsatz soll zwar um 7 bis 10 Prozent wachsen, doch der Gewinn je verkauftem Gerät schrumpft.
Der Grund: Speicherchips. „Eine solche Entwicklung bei den Speicherpreisen hat es noch nicht gegeben“, sagte Ternus in der Telefonkonferenz mit Analysten. Die Kosten steigen weiter – und Apple erwartet bis Ende Dezember noch höhere Speicherkosten. Teilweise fängt der Konzern das mit Chips ab, die er früher zu günstigeren Preisen eingelagert hat. Doch dieser Vorteil wird kleiner: Die Vorräte in Apples Bilanz stiegen binnen eines Jahres von 4,97 auf 12,65 Milliarden Euro.
Auch ein zweiter Effekt läuft aus: In der Marge von 47,9 Prozent steckt rund ein Prozentpunkt aus erstatteten Zöllen – im Quartal davor waren es noch zwei Punkte. Den größten Teil der Erstattungen hat Apple nach Angaben von Finanzchef Parekh inzwischen erhalten. Die Börse reagierte enttäuscht: Die Apple-Aktie fiel im nachbörslichen Handel um rund drei Prozent.
Was das für Käufer in Deutschland bedeutet
Für dich als Käufer in Deutschland hat die Speicherkrise konkrete Folgen – und sie sind schon sichtbar:
- iPhone Duo bleibt knapp: Das erste faltbare iPhone, das Ternus als iPhone mit dem „größten Umbruch seit dem ersten Modell“ bezeichnet, ist weiterhin kaum zu bekommen. Neue Bestellungen liefert Apple in Deutschland erst Ende Januar aus.
- Mac und iPad werden knapp: Bei Mac und iPad rechnet Apple wegen fehlender Speicherchips mit Lieferengpässen im Weihnachtsquartal.
- Deutsche Preise steigen bereits: Apple hat zuletzt mehrere Geräte in Deutschland teurer gemacht – etwa das iPad mini mit OLED-Display um 70 Euro. Das neue MacBook Pro mit Touchscreen kostet 400 Euro mehr als das Modell mit LCD.
- Fünf Neuheiten am 6. November: Am Freitag starten iPad mini mit OLED, iMac M6, MacBook Pro M6 und die beiden ersten MacBook-Pro-Modelle mit OLED-Touchscreen. Auch hier gilt: Wer eines der Geräte will, sollte nicht bis Dezember warten.
Was du jetzt tun solltest
- Früh bestellen: Wenn ein iPhone, Mac oder iPad unter dem Weihnachtsbaum liegen soll, bestelle jetzt – nicht erst im Dezember. Die Lieferzeiten verlängern sich bereits.
- Lieferzeit im Blick behalten: Prüfe vor dem Kauf die angegebene Lieferzeit im Apple Store. Beim iPhone Duo liegt sie aktuell bei Ende Januar.
- Preise vergleichen: Die Aufpreise für mehr Speicher fallen inzwischen spürbar aus. Vergleiche die Speichervarianten – manchmal lohnt sich die kleinere Ausstattung mit iCloud-Speicher.
- Alternativen prüfen: Wer flexibel ist, findet bei den Vorgängermodellen oft bessere Preise – etwa beim iPhone 17 oder beim MacBook Pro mit M5-Chip.
Fazit
Apple schließt sein bestes Geschäftsjahr aller Zeiten ab – und warnt gleichzeitig so deutlich wie selten vor steigenden Kosten. Die Speicherkrise ist längst keine abstrakte Branchenmeldung mehr: Sie bestimmt, was Apples Geräte kosten, wann sie lieferbar sind und wie viel der Konzern an jedem verkauften Gerät verdient. Für das Weihnachtsgeschäft heißt das: früh bestellen, Lieferzeiten prüfen – und beim Speicher genau hinschauen.